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Die Abtei von
Praglia
Benediktiner-Abtei (Praglia
- Teolo)
Die Abtei von Praglia wurde unter
dem früheren Namen "Pratalea" (von Wiesen umgeben) am Rand der
Euganeischen Hügel gegründet, 12 km von Padua und 4 km von Abano entfernt,
der alten Straße nach Este entlang.
Die Gründung der Abtei reicht in die Jahre zwischen dem XI. und dem XII.
Jh. zurück. Dazu trugen die zwei Grafenfamilien von Vicenza und von Padua
bei: Der Familie Maltraverso gehörte in der dynastischen Linie der Graf
Maltraverso dei Maltraversi an, dem die Gründung des ursprunglichen Klosters
historisch zuzuschreiben ist. Mitglied der Familie Tadi war der erste Abt von
Praglia Iselberto von Tadi, der in S. Benedetto Polirone von Mantua geweiht
wurde und in der Callistos II. Päplichsten Bulle von 1123, mit der der
Papst die neue Gründung unter seinem Schutz nahm, genannt wird.
Mit einem anderen päpstlichen Dokument bestätigte Callisto II. die
Gerichtsbarkeiten vom Kloster in Polirone, vertraute dem dafür zuständigen
Abt und seinen Nachfolgern das Kloster von Santa Maria von Praglia an und ermöglichte
seinen Mönchen, einen Abt aus San Benedetto Polirone zu ernennen. Dieser
Brauch blieb bis 1304 und dadurch kam es zur umfangreichen Abhängigkeit
der Abtei in Praglia von der mächtigen Abtei in Polirone. Diese Abtei wurde
1007 von den Grafen von Canossa gegründet und wurde dann im Rahmen der
kluniazensischen Observanz einbezogen.

Aber zu Beginn des XIV. Jhs schlug
die Religionsgemeinschaft von Praglia, die sich konsolidiert und tief im Milieu
von Padua eingewurzelt hatte, einen neuen Weg als unabhängige Abtei, die
von einem in ihrer Bruderschaft gewählten Abt geleitet war.
Das XV. Jh beginnt unter gutem Vorzeichen für das Schicksal des italienischen
Mönchstums nach den katastrophalen materiellen und geistlichen Effekten,
die vom Gebot des "Komtur Abtes" verursacht wurden.
In der Tat wurde die große benediktinische Klosterreform von der Abtei von S. Giustina in Padua eingeleitet und sie verbreitete sich über die ganze Halbinsel bis nach Sizilien hinaus. Sie hatte einen beträchtlichen Einfluß auch auf die Entwicklung der inneren Räume der Klosterarchitektur (die Einzelzelle löste z.B. den gemeinsamen Schlafsaal ab). Praglia stimmte der Reform im Jahre 1448 zu und diese Entscheidung löste ihre "zweite geistliche, kulturelle und konkrete Geburt" aus.

Zentrum für Restaurierung antiker Handschriften (Abtei von Praglia-Teolo)
Die Inbetriebsetzung der großartigen
Baustelle war kein Zusatz zu dem alten Gefüge sondern der Beginn eines
umfangreichen Projektes, das mit größter Rigorosität in die
Tat umgesetzt wurde. Die gegenwärtige architektonische Struktur entspricht
nämlich dem neuen Gebäude, der zwischen der zweiten Hälfte des
XV. Jhs und der ersten Hälfte des XVI. Jhs errichtet wurde, wobei der charakteristische
romanische Glockenturm das einzige Zeugnis des ursprünglichen Baues darstellt.
Die Zeitfolge bei der Errichtung der vier Kreuzgänge (Doppel-, Dach-, Botanisch-
und Rustikal-) in einem einzigen quadratischen Raum- und Baumodell, legte die
Leitlinien zusammen mit der Planimetrie der neuen Kirche fest; das architektonische
Gesamtergebnis zeichnet sich durch seine Rationalität und sein Gleichgewicht
als die Schöpfung eines "theologischen bedeutsamen Rahmens" aus.

Der Doppelkreuzgang
Er ist der breiteste, denn die Einzelzellen der Mönche liegen im Erdgeschoß und im ersten Stock herum (darum der name "Doppel"). Das ist der Kreuzgang des Privatlebens, wo man lernt allein zu leben (dies ist die Urbedeutung von Mönch). Im Doppelkreuzgang von Praglia "gewinnt der Mensch sich selbst am besten wieder".
Der Dachkreuzgang
Sein Name ist darauf zurückzuführen, daß er auf dem Fels liegt. Dieser Kreuzgang, dessen Aufbau Ende des XV. Jhs Tullio Lombardo zugeschrieben wird, ist der kleinste der vier Kreuzgänge, obwohl man dadurch in geräumige Säle eintritt, wo das Mönchsleben seine persönlichen Aspekte verliert und eine klostergemeinschaftliche Dimension gewinnt.
Die an diesen Kreuzgang angeschlossenen Räume sind:
Der botanische Kreuzgang
Es ist der erste Kreuzgang, den man sieht, wenn man ins Kloster eintritt. Er wird so genannt, weil dort die Luzerne angebaut wurde. Heute ist dieser Kreuzgang Symbol der Gastfreundschaft und des Kontaktes zur äußeren Welt.
Der rustikale Kreuzgang
Der vierte große Kreuzgang heißt "rustico", weil er ursprünglich direkt zum Land hinausging und als Werkzeugenmagazin benützt wurde. Im Kreuzgang befindet sich heute, neben dem anliegenden Garten, eine Fremdenherberge.
Im botanischen Kreuzgang bleiben die Gäste nur einige Tage, im rustikalen Kreuzgang dagegen verbringen sie eine längere Zeit. In seinen Gesprächen zu den Mönchen erläutert Paolo VI. den Begriff der Gastfreundschaft: "Jungen und Erwachsene dabei helfen, Gott und den Lebenssinn besser zu verstehen".
In der neulich restaurierten "barchessa" des rustikalen Kreuzganges ist ein kulturelles Zentrum gegründet worden, Gaudium et Spes, wo Tagungen und Seminare stattfinden.
Die Klostergemeinschaft widmet sich ihren religiösen Pflichten und zeigt auf diese Weise auch ihr traditionelles Interesse für die Kultur.

Das Benediktinerkloster und die Arbeit
Das Kloster, laut San Benedetto, ist v.a. das Gotteshaus, der Ort wo der Mönch Gott sucht, dient, lebt, betet und in seinem alltäglichen Lob singt.
Das Kloster ist auch eine Werkstatt, wo man v.a. die "geistlichen Künste" im Rahmen der "Schule des Gottesdienstes" ausübt und in der Küche oder in der Speisekammer, bei dem Backhofen oder im Gemüsegarten, auf dem Acker oder irgendwoanders tätig ist.
Laut San Benedetto ist die Arbeit ein wesentlicher Bestandteil des Mönchslebens: "Da sie echte Mönche sind, wenn sie wie unsere Väter und die Aposteln von der Arbeit ihrer Hände leben" (RB 48).
Das Reformhaus "Pratalea", das kosmetische Labor "Apis Euganea", die Bienenzucht, die Veröffentlichung von religiösen Büchern unter dem Titel "Scritti monastici", die Aufnahme von Gästen in der Fremdenherberge zählen zu den wichtigsten Tätigkeiten, welche die Mönche von Praglia, neben der Restaurierung von antiken Büchern, ausüben.

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